Aktuell

Günter Wagner
"Kontrast und Interaktion"

Einladung zur Eröffnung der Ausstellung am
Samstag, 25. März 2023, 19 Uhr
im Forum Kunst am Friedrichsplatz

Zur Eröffnung der Ausstellung spricht
Dr. Martina Wehlte, Hockenheim

Dauer der Ausstellung:
26. März bis 30. April 2023

"Ovale Raumkonstruktion", 1992

Günter Wagner

1955 geboren in Karlsruhe

1974 – 75 Studium an der Betriebseinheit für Graphik und Malerei an der Universität Marburg

1977 – 81 Studium an der Staatlichen Akademie der bildenden Künste in Karlsruhe

1988 Projektstipendium des Kunstfond in Bonn für Bildhauerei in Italien

2015 Pamina-Kunstpreis der Museumsgesellschaft Ettlingen für die Region Baden, Elsass und Südpfalz

Seit 2000 Mitglied des Künstlerbundes Baden-Württemberg

 

Günter Wagners Arbeiten sind von einer formalen und konzeptuellen Klarheit, die sich auf den ersten Blick erschließt. Sie beziehen ihre ästhetische Attraktivität aus den gegensätzlichen Materialien und deren präziser Bearbeitung. Sie sprechen dadurch sowohl das ästhetische Empfinden als auch den Intellekt an. Was den Künstler interessiert, ist jedoch nicht Konfrontation, ist Dialog, kontrovers bisweilen, doch die vermeintlichen Gegensätze sind dialektischer Natur, These und Antithese heben sich in einer Synthese auf. Man kann das ruhig Harmonie nennen. Aber eine Harmonie im Sinne der Moderne, kontrovers und konstruktiv zugleich, das geht dann zusammen. Konstruktiv hat hier zweifachen Sinn: einen konkreten, wenn das eine Material die Form des anderen kommentierend, korrespondierend aufgreift oder beide Elemente sich auf ein Thema festlegen, z. B. auf den Kreis oder den Rhombus. Konstruktiv auch im konzeptuellen Sinne: Mondrian und die anderen Konstruktivisten konnten sich Harmonie nur als instabiles, immer gefährdetes Gleichgewicht vorstellen. Ich finde, diese antipodischen Vorlieben charakterisieren das Werk Günter Wagners aufs Anschaulichste; Kalkül und Gefühl, Geometrie und ihr intuitiver Gebrauch, Feier des Materials, ganz diesseitig, und seine Transzendierung. So scheinen mir die Objekte über die anfangs behauptete Klarheit über den ersten Blick hinaus doch komplexer angelegt. Das Nachdenken, das Suchen hält an. Hilfreich da bei Paul Valery zu lesen: „Klarheit ist nur eine Seite, nämlich die Vorderseite des Rätsels.

Heiner Georgsdorf