Aktuell

Raymond E. Waydelich
Zum Achtzigsten

Einladung zur Eröffnung der Ausstellung am
Samstag, 15. September 2018, 19 Uhr
im Bürgersaal am Friedrichsplatz

Zur Eröffnung spricht Jürgen Knubben

Dauer der Ausstellung:
16. September bis 4. November 2018

Öffnungszeiten:
Dienstag, Mittwoch, Freitag 14-17 Uhr, Donnerstag 17-20 Uhr
Samstag und Sonntag 10-13 Uhr
und 14-17 Uhr

Raymond Wandelich wurde 1938 in Straßburg geboren.

Als Vierzehnjähriger erhielt er eine erste Bildhauerausbildung in der Werkstatt seines Vaters, durfte aber schon ein Jahr später auf Empfehlung seines Lehrers Louis Fritsch die Académie des Arts decoratifs in Straßburg besuchen. Nach vier Jahren schloss er das Studium mit einem Diplom ab und wurde mit dem Großen Preis der Stadt Straßburg ausgezeichnet.

1959 wurde er als Wehrpflichtiger eingezogen und im Algerienkrieg für 18 Monate als Armeefotograf eingesetzt. 1961 machte er seine erste Fotoreportage über römische Fundstätten in Algerien. 1962 kehrte er nach Straßburg zurück und arbeitet dort zunächst als Dekorateur.

In den frühen 1970er Jahren reiste er in den Maghreb und besuchte dort die archäologischen Fundstätten in Tabarka. Er reiste nach Griechenland und in die Türkei, wo er Ephesos, Aphrodisias, Miles und Hierapolis aufsuchte. Zurück in Straßburg, stöberte er auf Flohmärkten nach allerlei Alltagsgegenständen, die als objets trouvés in seine Assemblagen integriert wurden. Er bezeichnete sie später als „Archäologie der Zukunft“. Mit seiner Arbeit Caveau pour le Futur, 3790 après Jésu Christe war Wandelich dann auf der 10. Documenta in Kassel vertreten.

Er gehört zu den bekanntesten lebenden Künstlern Frankreichs. Seine Werke befinden sich weltweit in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen. Besonders berühmt sind seine aquarellierten Collagen geworden, die realexistierende Lebewesen (Krokodil, Katze, Schwein) geisterhaft verfremdet innerhalb von Landschaften zeigen.

Sein Stil, der vielfach Motive und Elemente prähistorischer Höhlenmalereien oder der griechischen Mythologie aufgreift, nähert sich dem fantastischen Realismus. Darstellungen von Fabelwesen, aber auch Ikonen der Moderne, wie beispielsweise John Wayne, dienen der Illustration einer „Mythologie der Moderne“, welche aus Sicht des Künstlers letztlich einer „Archäologie der Zukunft“ vorgreifen soll. Zentralgestalt dieses Ansatzes ist die Straßburger Modistin Lydia Jacob, deren Aufzeichnungen er durch Zufall entdeckte, und um die ab diesem Zeitpunkt sein künstlerisches Œu­v­re kreist. Er erfand einen Lebenslauf für eine Frau, die zu seiner imaginären Muse und fiktiven Koautorin wurde.