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Bewegung und Beunruhigung
Emilia Neumann im Forum Kunst Rottweil

Rottweil. „HEAP OF DEBRIS“ hat Emilia Neumann ihre Ausstellung im Forum Kunst Rottweil betitelt, die am Samstag, 15. Juli, um 19 Uhr eröffnet wird. Den Titel kann man salopp übersetzen als „Trümmerhaufen“. Er könnte aber auch eine Menge von abgestorbenem organischem Material bezeichnen, das langsam auf den Meeresboden sinkt. Oder er bedeutet „Haufwerk“. So nennt man im Bergbau die Halden aus aufgeschichteten Gesteinsbrocken. Ansammlungen, Überreste, Bruchstücke - egal, woher sie stammen.

So un-eindeutig und vielschichtig wie dieser Ausstellungstitel sind die Skulpturen von Emilia Neumann. Sie arbeitet mit dem Material Gips, den sie in individuell angefertigte Negativformen aus Kunststoff gießt. Die unterste Schicht wird partienweise mit Pigmenten eingefärbt und mit Metallteilchen versetzt. Nach dem Trocknen und der Entfernung aus der Form ist diese erste Schicht als bewegte Oberfläche in delikater Farbgebung sichtbar. Durch Polieren verleiht die Bildhauerin ihr haptische Qualitäten - doch das materialimmanente Brüchige bleibt spürbar. Stahlstücke und Armierungsgitter dienen zur Stabilisierung und zugleich zur Prophylaxe gegen die Idylle, gegen das allzu Schöne.

Im Forum Kunst reiht Emilia Neumann sechs Objekte von 2,30 Meter Höhe auf einem Gestell hintereinander. Die Endteile sind so sehr verformt, teilweise aufgerissen, dass der Eindruck von Bewegung, Unruhe, wenn nicht Beunruhigung entsteht. Zwei Wandarbeiten zeugen von der Zerbrechlichkeit des Gipses: Die Künstlerin hat dafür abgeplatzte Fragmente gesammelt und in Glaskästen angeordnet - eine Dokumentation ihres Tuns und des Zufalls, der in ihrem Arbeitsprozess immer seine Rolle spielt.

Zur Eröffnung spricht die Kunsthistorikerin Dr. Isa Bickmann aus Frankfurt. Die Ausstellung im Bürgersaal am Friedrichsplatz ist zu sehen bis 27. August.

Die Öffnungszeiten des Forum Kunst:
Dienstag, Mittwoch und Freitag 14 bis 17 Uhr, Donnerstag 17 bis 20 Uhr,
Samstag und Sonntag 10 bis 13 und 14 bis 17 Uhr